Berufstätigkeit & Stillen: Vereinbarkeit und Vorteile für Unternehmer

In Österreich haben Stillende rein gesetzlich gute Möglichkeiten Beruf und Stillen zu vereinen. Das österreichische Mutterschutzgesetz regelt die Rechte der stillenden Mutter sehr gut (bezahlte Ruhezeiten von 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 4,5 Stunden, bzw. 2x 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 8 Stunden, Stillraum mit Waschbecken, Stromanschluß und Kühlschrank, etc.). Deren Umsetzung in den Betrieben ist jedoch rar. Einerseits liegt dies daran, dass es Müttern oft schwer gemacht wird in ihren Job zurückzukehren, andererseits stillen Mütter die früh in ihren Job zurückkehren meistens ab.

Michelle Obama hat in den USA eine Initiative „Let´s move!“ gegründet, in der es um Gesundheit für Kinder geht – inklusive Stillen. Während die Vorteile des Stillens für Mutter und Kind hinlänglich bekannt sind, zeigen Studien, dass es auch für Unternehmen Vorteile bringt, für die beschäftigten Frauen Möglichkeiten (Pumppausen, Stillzimmer, betriebsinterne Krabbelstube, etc) zu schaffen, um die Stillbeziehung fortzuführen. Statt 40% der Mütter kehrten nach der Geburt 90% wieder in den Betrieb zurück, es mußten also keine neuen Arbeitskräfte angeworben und eingeschult werden. Da gestillte Kinder gesünder  sind ergeben sich 77% weniger Ausfallszeiten, vorwiegend aufgrund von Pflegezeiten ergeben. (Mütter von Flaschenkindern nehmen mehr als doppelt so oft Pflegeurlaub in Anspruch als jene gestillter Kinder). Die Firmen konnten ihr Image als besonders familienfreundlich aufwerten.  Die Produktivität und die Mitarbeiterzufriedenheit haben sich verbessert. Die Mütter sind motivierter, kehrten schneller in den Job zurückund hielten dem Unternehmen länger die Treue. Letzendlich profitieren auch die Krankenkassen von längeren Stillzeiten, da die Kinder seltener krank sind, weniger Arzt- und Medikamentenkosten verursachen.

Studien: Cohen, R, Mrtek, MB, & Mrtek, RG. (1995). Comparison of maternal absenteeism and infant illnessrates among breastfeeding and formula-feeding women in two corporations. American J of HealthPromotion, 10(2):148-153.

Dickson, V., Hawkes, C., Slusser, W., Lange, L., Cohen, R. Slusser, W. (2000). The positive impactof a corporate lactation program on breastfeeding initiation and duration rates: help for the workingmother. Unpublished manuscript. Presented at the Annual Seminar for Physicians on Breastfeeding, Co-Sponsored by the American Academy of Pediatrics, American College of Obstetricians and Gynecologists, and La Leche League International. Chicago, IL: July 21, 2000. 
 

Mutual of Omaha. (2001). Prenatal and lactation education reduces newborn health care costs.Omaha, NE: Mutual of Omaha.

Ortiz, J, McGilligan K, & Kelly P. (2004). Duration of breast milk expression among working mothers enrolled in an employer-sponsored lactation program. Pediatric Nursing, 30(2):111-119.6.

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