Still-Bedürfnisse Nicht-Gestillter Kinder

Gestillte Babys haben bei der Nahrungsaufnahme immer engen Hautkontakt. Sie kennen die Stimme, den Herzschlag und den Geruch der Mutter. Mit diesem vertrauten Eindruck fühlen sie sich geborgen und sicher. Ein tägliches Kuscheln vorzugsweise auf dem nackten Oberkörper geben Nicht-Gestillten das Gefühl von Nähe und Geborgenheit. Dies kann möglicherweise bei der Nahrungsaufnahme oder abends als Ritual beim Einschlafen erfolgen. Hautkontakt stabilisiert das Baby und es gedeiht besser.
Für die Mahlzeit ist es empfehlenswert, wenn möglichst wenige Bezugspersonen (1 oder 2 Personen) die Flasche verabreichen.
Ein Halten des Babys, sodass ein Augenkontakt aufgenommen werden kann und ein liebesvolles Zureden beim Füttern, löst die Produktion des Liebeshormons Oxytocin aus.
Beim Stillen werden Babys normalerweise abwechselnd auf dem rechten und dann auf dem linken Arm gehalten. Dieser Seitenwechsel fördert die Hand-Augen Koordination des Kindes.
Beim Schluckakt in flacher Rückenlage wird ein Rückfließen der Nahrung ins Mittelohr begünstigt. Um Mittelohrentzündungen zu vermeiden, verabreichen sie ihrem Baby die Flasche in aufrechter Position. Vermeiden Sie ein Dauernuckeln, vorwiegend bei größeren Kindern, es schädigt die Zähne. Bei größeren Kindern lässt sich ein Dauernuckeln durch die Gabe eines Bechers statt einem Sauger oft verhindern.
Die Brust der Mutter dient nicht nur zur Ernährung, sondern ist oft Trostspender (non-nutritives Saugen). Diese Funktion nimmt heutzutage oft der Schnuller war. Idealerweise wird der Schnuller wie ein Medikament dosiert. Säuglinge heißen so, weil sie saugen müssen. Saugen dient der Beruhigung, stabilisiert die Atemwege und fördert die Verdauung. Lassen Sie Ihr Baby zusätzlich am Finger oder Beruhigungssauger saugen. Nehmen Sie es dabei in den Arm.
Tragen stillt das Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit und Berührung und fördert eine optimale Gehirnentwicklung.
Auch Nicht-Gestillte Kinder haben nächtliche Bedürfnisse. Auch sie sollen die nächtliche Nähe zu den Eltern genießen.
Väter können bei der Flaschennahrung eine aktive Rolle wahrnehmen.
Füttern Sie Pre-Nahrung nach Bedarf Ihres Kindes. Einen festen Rhythmus entwickeln Kinder erst nach einigen Wochen oder Monaten. Ein Baby braucht immer gleich Nahrung, wenn es Hunger hat. Schon bevor das Baby anfängt zu weinen, gibt es Ihnen Zeichen, dass es unzufrieden ist. Wenn es Hunger hat, fängt es an, die Lippen zu bewegen und die Fäustchen zu ballen, manchmal noch bei geschlossenen Augen. Es macht kleine maunzende Laute. Erst wenn das keinen Erfolg hat, wird es anfangen laut zu schreien. Achten Sie auf einen kleinen Sauger. Eine Mahlzeit dauert in den ersten Wochen ca. 20 Minuten.
Berühren Sie zu Beginn der Mahlzeit die Lippen des Babys mit dem Sauger oder Finger und warten Sie, bis das Baby den Sauger selbst einsaugt. Schieben Sie den Sauger nicht gegen den Willen Ihres Kindes in seinen Mund!!!
Für Mütter, die die Bedürfnisse ihrer Nicht-Gestillten-Kinder, an der Brust stillen möchten, eignet sich die Anwendung eines Brusternährungssets. Mit diesem können Kinder trotz Säuglingsmilchnahrung direkt an der Brust ernährt werden.

Literatur:
D. Teufel, A., Emotionale Qualität in der Begleitung bei nicht gestillten Kindern. Beratung, wenn nicht gestillt werden kann; VSLÖ News, 15. Jg. Sept. 2011
© WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“, Jan-Wellem-Str. 6, 51429 Bergisch Gladbach, Tel.: 02204 4045-90 Fax: 02204 4045-92, E-Mail: info@babyfreundlich.org Internet: www.babyfreundlich.org

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