Alternativen zu häufigem nächtlichen Stillen

Wenn ich nur eine Nacht „durch“schlafen könnte! – ist der Stoßseufzer von Millionen müder Eltern, die sich in einem echten Dilemma befinden: einerseits wollen sie auch nachts die Bedürfnisse ihrer Babys stillen, andererseits aber sehnen sie sich danach endlich einmal schlafen zu können. Das Wort durchschlafen existiert bei vielen schon gar nicht mehr im gängigen Wortschatz.

„Wundersame Heilmittel“ in Form von Ratschlägen gibt es viele davon am Markt. Bei Schlaftrainingsprogrammen sollte jedoch Vorsicht gewahrt sein. Hier wird Kindern ein bestimmtes Verhalten antrainiert, basierend nach den Methoden der Tierdressur.

Jedes Kind lernt schlafen, wenn es in der individuellen Entwicklung soweit ist. Eine Frage, die die meisten Eltern früher oder später beschäftigt. Wie und warum schlafen Babys anders als Erwachsene, bzw. warum schläft mein Baby nicht durch?

Schlafen, dass ist eines der Dinge, die Mütter und Eltern in der ersten Zeit am meisten vermissen. Ein Schläfchen am Tag, ist den sich Mütter gönnen, ist kein Luxus sondern eine Pflichtübung einer stillenden Mutter. Häufig schlafen Babys in den Morgenstunden mehr, deshalb bietet es sich hier an, sich hinzulegen. Und Schlafen hilft der Milchproduktion.

Alternativen für häufiges nächtliches Stillen. – Wenn nächtliches Dauer-Stillen zur Qual wird.

Das Problem: Jedes Kind schläft irgendwann durch. Mütter berichten oft von ihrer zunehmenden Erschöpfung in Bezug auf das Stillen in der Nacht. Bei genauerem Hinhören stellt sich dann oft heraus, dass sie von ihrer Umgebung vermittelt bekommen, sie würden ihr Kind mit zu viel Zuwendung verwöhnen. Diese versteckten Vorwürfe und mangelnde Wertschätzung ihrer Leistung führen verständlicherweise zu großer Unsicherheit und Erschöpfung. Wenn Mütter verstehen, dass sie intuitiv richtig handeln, indem sie sich um die Bedürfnisse ihres Kindes kümmern, damit eine ideale Basis zum Aufbau seines Urvertrauens und seiner gesunden Entwicklung schaffen, können sie mit den Schlafunterbrechungen besser umgehen – im besten Fall diese Zeit sogar genießen.

Sollten Sie jedoch so kraftlos und übermüdet sein, dass Sie tagsüber große Mühe haben, ihren Alltag zu bewältigen, ist es an der Zeit nächtliches Stillen zumindest zu reduzieren. Hier ein paar Möglichkeiten wie dies passieren kann.

  1. Tanken Sie Ihr Baby tagsüber auf: Viele Kinder, vor allem in der Zeit nach dem 6. Lebensmonat vergessen tagsüber  oft auf die Nahrungsaufnahme, weil sie zu sehr abgelenkt sind. In der Nacht, wo es ja sonst nicht so viel Abwechslung gibt, möchten sie die Nahrungsaufnahme nachholen. Dieses Szenario ist auch üblich wo die Mütter frühzeitig tagsüber zu arbeiten beginnen und es zu Trennungsphasen kommt. Hier könnte vermehrtes Stillen tagsüber bewirken, die Brust in der Nacht uninteressant zu machen.
  2. Berührungen: Je älter Babys werden umso weniger werden sie berührt, ohne dass die Eltern dies realisieren. Dem könnte Abhilfe geschaffen werden, wenn Kinder in deinem Tragetuch, in einer Trage gehalten/getragen oder die Kuschelphasen erhöhtwerden. Vor Wachstumsschüben möchten Babys oft intensive gestillt werden und suchen oft vermehrten Körperkontakt.
  3. Stillen Sie ihr Baby bevor sie selbst schlafen gehen, auch wenn sie es dafür aufwecken, anstatt kurz nach dem Einschlafen vom Baby geweckt zu werden.
  4. Gewöhnung an andere Rituale:  Nach dem Stillen, bevor das Baby einschläft könnte ein anderes Einschlafritual das Baby in den Schlaf führen. (Tragen, Tanzen, ein Lied vorsingen, Handauflegen, Geschichte vorlesen, etc.). Wenn das Baby in der Nacht aufwacht, ist dieses Ritual anzuwenden. Eine Umstellung erfolgt normal nicht von heute auf morgen, braucht meistens eine Eingewöhnungsphase.
  5. Weniger Attraktivität der Brust: Sobald das Baby eingeschlafen ist, es von der Brust entfernen, die Brust bedecken. Ein Baby, das in der Nacht die Brust nicht gleich findet, schläft möglicherweise wieder ein.
  6. Distanz erweitern: Den Abstand zum Kind erhöhen. Das Baby in ein Beistellbett, in sein eigenes Zimmer legen oder das Baby zum Vater legen und die Mutter schläft in einem anderen Raum. Kinder  begnügen sich dann oft mit der Beruhigung durch den Vater, ohne die Brust. Dies gibt Vätern oft die Möglichkeit kreativ zu werden. Auch wenn Kinder hier weinen, ist eine liebevolle Bezugsperson bei ihnen. Das ist anders als wenn Kinder alleine weinen. Am besten probiert man das aus, wenn der Vater nicht gerade 2-3 stressige Arbeitstage vor sich hat.
  7. Nein-Sagen: Höflich, bestimmt und ruhig Nein sagen, wenn das Kind gestillt werden möchte. Viele Mütter, die nicht mehr in der Nacht stillen möchten, ihre eigenen persönlichen Gründe haben und von sich selbst aus überzeugt sind, haben die Kraft Nein zu sagen.
  8. Marketing-Werbeslogan: Kinder beginnen mit circa 18 Monaten einfache Sätze zu verstehen. Sagen Sie ihrem Kind, dass sie es stillen, wenn sie am Morgen aufwachen. „Wir stillen wieder, wenn die Sonne aufgeht. – Mama will jetzt schlafen, Papa will jetzt schlafen, die Kuscheltiere möchten jetzt schlafen, alle anderen möchten jetzt schlafen und der Busen möchte jetzt auch schlafen und du sollst jetzt auch schlafen.“ So lernt ihr Kind, das in der Nacht geschlafen wird und tagsüber gestillt wird.

Wichtig ist, Kinder nur dann vom nächtlichen Stillen zu entwöhnen, wenn sie sich sicher sind, dass es das Kind aus Gewohnheit einfordert und nicht aufgrund eines Bedürfnisses (Hunger, Angst). Bei Umstellungsphasen immer sensibel vorgehen. Die Zeit in dem eine Baby gestillt, getragen und im Arm gehalten wird, ist ein sehr kurzer Lebensabschnitt – die Gefühle der Geborgenheit und Sicherheit bleiben ihrem Kind ein Leben lang in Erinnerung.

 

Quelle: Dr Sears; Sibylle Lüpold.

 

 

 

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