Stillen und Berufstätigkeit

Gesunde Babys machen erwerbstätige Mütter glücklich und zufrieden. Deshalb zahlt es sich sowohl für Unternehmen als auch für Mütter aus, bei einem Wiedereintritt ins Berufsleben das Abpumpen oder Stillen am Arbeitsplatz fortzuführen. 

Mütter, die in den ersten 6 Monaten nach der Geburt in den Beruf zurückkehren, entscheiden sich oft für das Abstillen. Lange Berufsunterbrechungen verringern die Chancengleichheit. „Frauen verdienen derzeit unter anderem weniger, weil sie möglicherweise einmal in Karenz gehen. Und Väter gehen oft nicht in Karenz, weil sie besser verdienen als ihre Partnerin. Weil Personalchefs annehmen, dass Frauen wegen ihrer (künftigen) Kinder weniger Überstunden machen können, wird weniger in ihre Fortbildung investiert.“[1] Wenn Männer Väterkarenz in Anspruch nehmen, gilt dies gleichermaßen auch für Männer.

Säuglinge mit Muttermilch – entweder durch direktes Stillen oder durch abgepumpte/manuell gewonnene Muttermilch – zu versorgen, ist ein Recht sowohl für Mütter[2] als auch für ihre Kinder[3]. Für berufstätige Mütter sollte das Stilen kein Hindernis sein, ihrem Beruf nachzugehen. Umgekehrt sollte die Rückkehr in den Beruf kein Grund sein, vorzeitig abzustillen.[4] Die frühe Rückkehr in den Beruf sowie die Verfügbarkeit von Unterstützungsprogrammen am Arbeitsplatz beeinflussen die Fähigkeit einer einzelnen Frau, das Stillen bzw. die Laktation erfolgreich aufrechtzuerhalten.[5],[6]

Frauen in Führungspositionen haben mehr Erfolg in der Umsetzung von betrieblichen Stillprogrammen, da sie mit größerer Wahrscheinlichkeit über ein eigenes Büro zum Abpumpen verfügen. Frauen, die im Schichtdienst arbeiten, sind oft gebunden und unterliegen reglementierten Zeitplänen, die weniger Flexibilität beim Abpumpen/Stillen erlauben. Sie benötigen umso mehr Unterstützung. Frauen mit kurzem oder gänzlich ohne Mutterschaftsurlaub beginnen mit nur geringer Wahrscheinlichkeit überhaupt zu stillen. [7]

Einen guten Ländervergleich hinsichtlich Mutterschaftsurlaub, Bezahlung und Stillpausen am Arbeitsplatz bietet das Dokument der World Alliance for Breastfeeding Action (WABA) „Status of Maternity Protection by Country“.[8]

Die Voraussetzungen, um ein erfolgreiches betriebliches Stillprogamm umzusetzen, sind:

  • die gesetzlichen Rahmenbedingungen
  • der stillfreundliche Arbeitsplatz
  • das stillfreundliche Unternehmensumfeld

Die Gesetze in Deutschland, Österreich und der Schweiz regeln den Schutz der Erwerbstätigen Mutter sehr gut und bieten eine ideale Ausgangslage, um Berufstätigkeit und Stillen zu realisieren.

Gesetzliche Regelung

In der Schweiz hat der Bundesrat mit der Inkraftsetzung des neuen Art. 60 ArGV1 einen weiteren, gewichtigen Schritt in Richtung besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie getan. Die Revision ist per 1. Juni 2014 in Kraft getreten. Mit der vorliegenden Neuerung zu den Stillzeiten in der ArGV 1 wird der Inhalt der Konvention Nr. 183 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) umgesetzt. Art. 60 Abs.2 ArGV 1 bestimmt, dass Müttern die für das Stillen oder für das Abpumpen von Milch erforderlichen Zeiten als Pausen freizugeben sind und dass diese Pausen ganz normal wie Arbeitszeit entlohnt werden müssen. Diese Bestimmung gilt für das erste Lebensjahr des Säuglings. Sowohl das Stillen wie das Abpumpen können entweder im Betrieb, in welchem der Arbeitgeber zwingend einen gesonderten Stillraum einrichten muss (gem. Art. 34 Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz), oder extern stattfinden, z.B. zuhause oder in der Krippe. Die Dauer der Bezahlung wird bei einer täglichen Arbeitszeit von bis zu 4 Stunden auf 30 Minuten, bei mehr als 4 Stunden Arbeit auf 60 Minuten und mehr als 7 Stunden auf 90 Minuten begrenzt. Dies sind gesetzliche Minimalbestimmungen. In der Schweiz können sie zu Lasten der Grundversicherung drei Stillberatungen durch eine Fachperson (Hebamme, Stillberaterin IBCLC) in Anspruch nehmen.[9]

In Österreich gibt das Gesetz zum Schutz der erwerbstätigen Mutter (MutterschutzgesetzMSchG) den rechtlichen Rahmen für den Schutz der stillenden Mütter am Arbeitsplatz vor. Im § 4a MSchG werden die Beschäftigungsverbote wie zum Beispiel Nachtdienste für stillende Mütter geregelt. Der § 9 MSchG regelt die Stillzeit. Stillenden Müttern ist auf Verlangen die zum Stillen ihrer Kinder erforderliche Zeit freizugeben. Diese Freizeit hat an Tagen, an denen die Dienstnehmerin mehr als viereinhalb Stunden arbeitet, fünfundvierzig Minuten zu betragen; bei einer Arbeitszeit von acht oder mehr Stunden ist auf Verlangen zweimal eine Stillzeit von je fünfundvierzig Minuten oder, wenn in der Nähe der Arbeitsstätte keine Stillgelegenheit vorhanden ist, einmal eine Stillzeit von neunzig Minuten zu gewähren. Durch die Gewährung der Stillzeit darf kein Verdienstausfall eintreten. Die Stillzeit darf von stillenden Müttern nicht vor oder nachgearbeitet und nicht auf die in anderen gesetzlichen Vorschriften oder kollektivvertraglichen Bestimmungen vorgesehenen Ruhepausen angerechnet werden. Die zuständige Verwaltungsbehörde kann dem Arbeitgeber die Einrichtung von Stillräumen vorschreiben, wenn es die Verhältnisse des Einzelfalls erfordern.[10]

In Deutschland sind die Stillzeiten im Mutterschutzgesetz geregelt (§7, Abs. 1,2,3). „Stillenden Müttern ist auf ihr Verlangen die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde freizugeben. Bei einer zusammenhängenden Arbeitszeit von mehr als acht Stunden soll auf Verlangen zweimal eine Stillzeit von mindestens fünfundvierzig Minuten oder, wenn in der Nähe der Arbeitsstätte keine Stillgelegenheit vorhanden ist, einmal eine Stillzeit von mindestens neunzig Minuten gewährt werden.“ Im Gesetzestext ist ausdrücklich von Mindestzeiten für Stillpausen die Rede, das heisst, die genannten Zeiten können, falls erforderlich, auch überschritten werden. Auf Grund dieser Bestimmung sind Stillpausen als Arbeitszeit anzurechnen. Die zuständige Aufsichtsbehörde kann Betrieben sogar Stillzeit und Stillräume vorschreiben (§7, Abs. 3). [11],[12]

Zurück zur Arbeit – Fakten für die stillende Mutter

Mütter, die die gesetzlichen Stillzeiten in Anspruch nehmen möchten, sollten dies rechtzeitig ihrem Arbeitgeber bekannt geben. Der Arbeitgeber darf eine Stillbescheinigung von einer Mutterberatungsstelle oder einem Arzt verlangen. Sprechen Sie rechtzeitig an, wie Sie sich die Inanspruchnahme der Stillzeiten vorstellen (voraussichtliche Stillzeiten, an denen Sie den Arbeitsplatz verlassen oder an denen Ihr Kind gebracht wird, Ort zum Stillen, ob Sie einen kleinen, geschützten Raum benötigen etc.).[13] Wie sich für Mütter das Stillen mit der Berufstätigkeit praktisch vereinbaren lässt, hängt vom Alter des Kindes, der Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnung, von der Kinderbetreuung und von der Gestaltung des Arbeitsplatzes bzw. der Art der Arbeit ab und sollte individuell geklärt werden.

Die Unterstützung durch Arbeitgeber und Kollegen ist Voraussetzung, dass eine arbeitende Mutter stillen kann. Selbstverständlich ist diese Unterstützung im Einzelfall aber nicht. Manchmal fühlen sich ArbeitskollegInnen benachteiligt, weil sie die Pausen der stillenden Mütter mitarbeiten müssen, übersehen dabei aber, dass diese durch das Stillen weniger Pflegeurlaub in Anspruch nehmen. Das Gegenstück zur Verpflichtung und Bereitschaft des Arbeitgebers, die Stillpausen nach dem Bedürfnis der stillenden Arbeitnehmerin zu gewähren, ist die Fairness der Arbeitnehmerin, die Stillpausen nur so lange zu beziehen, wie sie tatsächlich stillt. Als Argumentation im Gespräch mit Vorgesetzten können die Vorteile für Unternehmen eingebracht werden. In den ersten Monaten der Laktationsperiode ist die stillende Mutter empfänglich für gesundheitliche Probleme wie Milchstau, Mastitis, verstopfte Milchgänge und Abszess, falls ihr Säugling nicht häufig oder gut an der Brust trinkt oder sie die Milch nicht effektiv aus der Brust entleert, wenn sie von ihrem Kind getrennt ist. Der Aufbau einer adäquaten Milchmenge dauert üblicherweise mindestens einen Monat. Während dieser Zeit sollte häufig und mit nur minimaler Trennung (nicht länger als 4 Stunden) gestillt oder gepumpt werden.[14]

Derzeit ist es nicht klar, ob Stillen im Vergleich mit der Verabreichung von abgepumpter Muttermilch über die Flasche oder Becher gleichwertig ist, was die gesundheitlichen Auswirkungen sowohl für Mütter als auch für Babys/Kinder betrifft.[15]

Zwei bis vier Wochen vor der Wiederaufnahme der Arbeit:

  • Falls Sie das Kind stillen möchten, planen Sie die Stillzeiten in Ihr Arbeitspensum ein. Stellen Sie sicher, dass das Kind zu Ihnen gebracht wird oder dass Sie den Arbeitsplatz verlassen können.
  • Goldstandard ist, wenn Kinder zum Stillen vorbeigebracht werden können oder wenn die Mutter überhaupt von zu Hause aus arbeiten kann.
  • Planen Sie die Stillpausen realistisch, in der Stillfrequenz des Kindes. Zu langes Hinauszögern kann einen Milchstau begünstigen. Zur Aufrechterhaltung der Milchbildung einer Mutter, die ausschliesslich stillt, ist zumindest eine Stillhäufigkeit alle 3–4 Stunden sinnvoll. Die dazu benötigte Zeit hängt von der Entfernung zwischen dem Arbeitsplatz der Mutter und dem Ort, an dem sie ihre Milch abpumpt, ab. Für das Herrichten der Pumpe und des Zubehörs, das Abpumpen und das Reinigen des Pumpsets sowie das Verstauen im Kühlschrank ist zusätzlich Zeit einzuplanen. Der tatsächliche Vorgang ist von Frau zu Frau unterschiedlich, doch durchschnittlich werden 30 Minuten vorgeschlagen. Mit Beginn der Beikost, rund um das 6. Lebensmonat, verringert sich die Still- beziehungsweise Pumphäufigkeit.
  • Mütter, die abpumpen, sollten mit dem Abpumpen bereits ein bis zwei Wochen vor Arbeitsbeginn beginnen, um Übung zu bekommen und sich gegebenenfalls einen kleinen Milchvorrat anzulegen.[16] Dies kann so erfolgen, dass täglich zusätzlich zum ausschliesslichen Stillen Milch abgepumpt/mit der Hand gewonnen und aufbewahrt wird. Die so gewonnene Milch kann in Portionen, die in etwa dem entsprechen, was das Kind aus einer Flasche oder Tasse bei einer einzelnen Mahlzeit trinkt, durch Einfrieren aufbewahrt werden.16[17]
  • Manchmal braucht es verschiedene Verabreichungssysteme und mehrere Anläufe, um das Kind an das Trinken zu gewöhnen. Spannen Sie bereits jetzt andere Personen für diese Aufgabe ein.

Der erste Arbeitstag:

  • Rufen Sie sicherheitshalber noch ein bis zwei Tage vor dem Start an, ob das Stillzimmer verfügbar ist.
  • Denken Sie bei der Kleiderwahl an das Stillen oder Abpumpen.
  • Stillen Sie Ihr Kind, ehe Sie das Haus verlassen, auch wenn es nicht seine übliche Trinkzeit ist.
  • Sprechen Sie mit der Betreuungsperson ab, wann das Kind die letzte Mahlzeit erhalten soll. Eventuell können Sie es, wenn Sie es selber abholen, vor dem Nachhausefahren vor Ort stillen.
  • In der Nacht und an arbeitsfreien Tagen stillen Sie Ihr Kind nach Bedarf weiter. Aufgrund des veränderten Tagesablaufs und des Bedürfnisses nach Haut- und Körperkontakt wird das Kind in der Zeit, wo die Mutter zuhause ist, mitunter häufiger angelegt werden mögen, eventuell auch in der Nacht.
  • Entscheidet sich eine Mutter für das Abpumpen, muss sichergestellt werden, dass die abgepumpte Milch unter Beachtung der Kühlkette aufbewahrt und transportiert wird.
  • Richten Sie es sich möglichst gemütlich ein. Ein Foto Ihres Kindes und entspannende Musik in den Ohren können helfen, den Arbeitsstress loszulassen und die Milchproduktion anzuregen.
  • Bitte nehmen Sie die Hygienetipps beim Abpumpen ernst: Die abgepumpte Milch in geeigneten, gegebenenfalls ausgekochten Behältern aufbewahren und kühl zwischenlagern. Nach dem Abpumpen alle Teile, die mit der Milch in Berührung gekommen sind, mit kaltem Wasser spülen, dann mit Abwaschmittel waschen und auf ein eigenes, sauberes Tuch stellen und trocknen lassen oder direkt damit abtrocknen. Zu Hause die relevanten Teile im Geschirrspüler waschen oder auskochen.

Aufbewahrung von Muttermilch

  • Zimmertemperatur (16 bis 29 ÅãC): 3 bis 4 Stunden m.glich,
  • Kühlschrank (≤ 4 ÅãC): 72 Stunden,
  • Tiefkühlger.t (< –17 ÅãC): 6 Monate.

 

Checkliste für Stillzimmer in Betrieben

Mitarbeiterinnen sollten niemals zum Stillen auf das WC verwiesen werden, weil dies nicht die Anforderungen an die Hygiene erfüllt. Der Stillraum ist in den Gesetzen nicht näher beschrieben. Es sollte eine saubere Räumlichkeit mit bequemer Sitzmöglichkeit in ungestörter Atmosphäre zur Verfügung stehen, in denen Mütter Milch abpumpen oder in denen sie ihre Babys stillen können. Für die zum Abpumpen erforderliche Ausrüstung sollte in der Nähe ein fester Aufbewahrungsplatz vorhanden sein, ausserdem ein Kühlschrank und ein Waschbecken.

  • Raum: ruhiges, sauberes Zimmer mit privater Atmosphäre, abschliessbar, Sicht und Schallschutz, Stromanschluss. Dies kann ein reserviertes Sitzungszimmer, ein eigens dafür eingerichteter Raum oder ein leerstehendes Büro sein. Eine Mehrfachnutzung dieses Raumes ist möglich.
  • Kennzeichnung: Ideal wird dieser Raum als Stillzimmer gekennzeichnet. Hierzu gibt es internationale Stillaufkleber. Das Stillzimmer sollte in den Stillzeiten zur Verfügung stehen, ggf. gebucht werden können. Es sollte abschliessbar sein oder mit einem „Bitte nicht stören“Schild versehen werden können.
  • Einrichtung: bequemer Stuhl oder Liege (eventuell Stillkissen). Abstellfläche für eine elektrische Pumpe und Zubehör.
  • Im Raum oder in unmittelbarer Nähe des Raumes sollte ein Waschbecken zur Verfügung stehen zum Händewaschen und zum Spülen und Abwaschen derTeile der Pumpe.
  • Ebenso in der Nähe sollte ein Kühlschrank sein, in dem die abgepumpte Muttermilch aufbewahrt werden kann.
  • Wickeltisch/Gelegenheit zum Wickeln.12

 

Gesunde Kinder machen Unternehmen leistungsstark!

Zunehmend mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnen qualifizierte Teilzeitarbeit in Form von verschiedenen Arbeitsmodellen (JobSharing, Nutzung HomeOffice, flexible Zeiteinteilung etc.) an, wobei sich auch flexible, auf die Bedürfnisse der stillenden Mutter angepasste Arbeitszeiten sowie Stillpausengestaltung vereinbaren lassen. Stillfreundlichkeit zahlt sich auch für Unternehmen aus. Ein stillfreundlicher Arbeitsplatz ermöglicht Unternehmen, soziale Verantwortung zu übernehmen, und wertet das familienfreundliche Image des Unternehmens auf – ein wichtiger Erfolgsfaktor angesichts des zunehmenden Bedarfs an Fachleuten. Sie fördern die Loyalität der Mütter gegenüber dem Unternehmen. Die Gewährung von Stillzeiten erh.ht die Zufriedenheit und die Unternehmensidentifikation sowie die Produktivität der Mitarbeiterinnen lange über die Zeit des Stillens hinaus. Der Arbeitgeber sollte die Verankerung des Stillprogramms in den Unternehmensleitlinien sicherstellen. Eine unterstützende Kultur, die im gesamten Unternehmen gelebt wird, ist die Voraussetzung für erfolgreiche betriebliche Stillprogramme. Stillwissen beim Management ist ebenso von Vorteil. Eine stillende Mutter sollte keine negative Haltung bei anderen Beschäftigten hervorrufen. Untersuchungen zeigen, dass Mütter wieder in den Beruf zurückkehren, und vor allem früher. Gestillte Kinder erkranken seltener als nicht gestillte Kinder aufgrund der Inhaltsstoff e der Muttermilch und weil die Muttermilch das Immun und Abwehrsystem der Kinder stärkt. Daher benötigten Mütter gestillter Kinder weniger als halb so oft einen Tag Pflegeurlaub. Sie verringern Fehlzeiten und erhöhen die Produktivität. Die Kosten für Karenzvertretungen bzw. die Anwerbung und Einschulung von Personal können minimiert bzw. eingespart werden. Qualifiziertes, eingearbeitetes Fachpersonal wird leichter und länger gehalten. Langjährige Mitarbeiterinnen sind Trägerinnen des Knowhows und wertvolle Stützen für den Betrieb. Ein entspanntes Familienleben ist für Mütter und Väter wichtig und beeinflusst die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden.

Deshalb werden flexible Arbeitszeiten oder individuelle Teilzeitmodelle auch zunehmend von Vätern geschätzt. Die Vereinbarkeit von Stillen und Beruf bestärkt das Selbstbewusstsein der Mütter und gibt ihnen Vertrauen, ihrem Kind den optimalen Start ins Leben zu ermöglichen, ohne auf ihren Beruf verzichten zu müssen.

Der Beitrag wurde in der Ausgabe von Laktation & Stillen 04/2014 veröffentlicht. 108002_L&S_4_2014_IW

 

[1] Profil: Cover-Story 2.4.2012; Heinisch-Hosek, Bundesministerin für Bildung und Frauen

[2] Van Esterik P. Breastfeeding and feminism. Int J Gynaecol Obstet 1994; 47(Suppl):S41–S50; discussion S50–S54. Ball O. Breastmilk is a human right. Breastfeed Rev 2010; 18: 9–19.

[3] Labbok MH, Smith PH, Taylor EC. Breastfeeding and feminism: A focus on reproductive health, rights and justice. Int Breastfeed J 2008; 3: 8.

[4] The ILO Maternity Protection Convention 183, http://www.ilo.org/dyn/normlex/en/f?p=NORMLEXP UB:12100:0::NO::P12100_INSTRUMENT_ID:312328

[5] Kathleen A. Marinelli, Kathleen Moren, Julie Scott Taylor, and The Academy of Breastfeeding Medicine: Breastfeeding Support for Mothers in Workplace Employment or Educational Settings; Summary Statement BREASTFEEDING MEDICINE; Volume 8, Number 1, 2013; DOI: 10.1089/bfm.2013.9999

[6] Infant and young child feeding: standard recommendations for the

European Union https://www.ihan.es/cd/documentos/Rec_UE_en.pdf; Yngve A, Sjostrom M. Breastfeeding determinants and a suggested framework for action in Europe. Public Health Nutr 2001; 4: 729-39

[7] Kathleen A. Marinelli, Kathleen Moren, Julie Scott Taylor, and The Academy of Breastfeeding Medicine: Breastfeeding Support for Mothers in Workplace Employment

or Educational Settings; Summary Statement BREASTFEEDING MEDICINE; Volume 8, Number 1, 2013; DOI: 10.1089/bfm.2013.9999

[8] World Alliance for Breastfeeding Action. Status of Maternity Protection by Country. 2011. www.waba.org.my/whatwedo/womenandwork/pdf/mpchart2011a.pdf

[9] Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillens, Schwarztorstrasse87, 3007 Bern

[10] Berücksichtigter Stand der Gesetzgebung: 1. August 2014; http://www.jusline.at/9_Stillzeit_MSchG.html

[11] Bundesgesetzblatt 2002 Teil I Nr. 43, Juli 2002, Bonn, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Mutterschutzgesetz. Leitfaden zum Mutterschutz, Stand 2007 – www.bmfsfj.de

[12] Bundesinstitut für Risikobewertung; http://www.bfr.bund.de/cm/343/stillen_und_berufstaetigkeit.pdf

[13] Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillens: Zurück zurArbeit; Checkliste für die stillende Mutter: http://stiftungstillen.ch/logicio/client/stillen/file/stillen/Merkblatt_fur_Mutter_Neu.pdf

[14] Lawrence RA, Lawrence RM. Breastfeeding: A Guide for the Medical Professional 2010. Elsivier Mosby, Maryland Heights, MO, 2011, pp. 65–100.

[15] Li R, Fein SB, Grummer-Strawn LM. Do infants fed from bottles lackself-regulation of milk intake compared with directly breastfed infants?Pediatrics 2010;125:e1386–e1393.

[16] Payne D, Nicholls DA. Managing breastfeeding and work: A Foucauldian secondary analysis. J Adv Nurs 2010; 66: 1810–1818.

[17] Neilsen J. Return to work: Practical management of breastfeeding. Clin Obstet Gynecol 2004;47:724– 733.

 

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Eine Antwort auf Stillen und Berufstätigkeit

  1. Friederike Perl sagt:

    Werte Herausgeberinnen, wer wie ich 5 Monate voll gestillt UND voll gearbeitet hat (vom 4.-9.Monat), der vermisst im Heft 4/14 Hinweise auf
    A) das Simultanpumpen mit Handpumpe, um morgens 5 Fläschchen Muttermilch im Kühlschrank zu haben
    B) striktes Verbot jeder Hausarbeit, sonst droht Erschöpfung
    C) strikte Empfehlung zum Co-Sleeping, sonst versiegt die Milch (s.a. (1)).
    D) Hinweise auf die Pflicht zu Mutterschaftsersatzzahlungen des Arbeitgebers, wenn die Mutter wg. Stilltätigkeit keine Nachtdienste machen darf (z.B. Pflegepersonal, Hebammen, Ärztinnen).
    Danke für die Argumente der gesünderen Mütter und Väter bei gesünderem Kind! Weder mein Mann noch ich haben je gefehlt wg. krankem Kind, weil es nie krank war (außer Tetanus und Polio nach dem 1. Geburtstag fanden keinerlei Impfungen statt, da ja Muttermilch für 18 Monate).
    MfG
    Friederike M. Perl
    (1): „Vereinbarkeit von Stillen und Beruf“ in Scherbaum, V. et al: Stillen. Dt. Ärzteverlag Köln 2003; S. 371-380.

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