Grüne Smoothies in der Beikost

Was ist bei der Verabreichung von Smoothies in der Beikost zu beachten?

Prinzipiell darf Rohkost ab Beikostbeginn verabreicht werden. Im Falle der Verabreichung von Smoothies sollte zur Unterstützung der Entwicklung der Essfertigkeiten neben pürierten Speisen auch Breie gröberer Konsistenz und Finger Food angeboten werden. Neue Speisen sollten immer langsam und in kleinen Mengen gegeben werden, so können eventuelle Unverträglichkeiten leichter erkannt werden. Da es sich bei einem Smoothie um ein Nahrungsmittel und kein Getränk handelt sollte dieser idealerweise mit einem Löffel verabreicht und langsam gegessen werden.

Die Zutaten sind immer abzuwechseln um die Geschmacksprägung zu unterstützen. Zu beachten ist die Hygiene. Die verwendeten Zutaten wie z.B.: Salat, immer gut waschen und den Smoothie nach der Zubereitung sofort verzehren. Ein längeres „stehenlassen“, kann hygienisch betrachtet, nicht empfohlen werden.

Spinat und nitratreiche Nahrung

Spinat und andere nitratreiche Gemüse können für Babys gefährlich werden, vor allem dann wenn Bakterien einen größeren Teil des Nitrats zu Nitrit umgewandelt haben. Das Problem von Nitrit: Es bindet sich bei Säuglingen besonders leicht an den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), der dann keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Die Folge ist ein Sauerstoffmangel, bei Babys als Säuglingsblausucht oder Säuglings-Methämoglobinämie bezeichnet. Viel Nitrat ist in Blatt- und Wurzelgemüsen wie Kopfsalat, Feldsalat, Mangold, Spinat, Rettich, Radieschen und Rote Bete enthalten. Säuglinge sollten daher generell nicht mehr als 200 Gramm nitratreiche Gemüse oder Blattsalate am Tag bekommen. Fertige Produkte unterliegen einem sehr strengen gesetzlichen Grenzwert für Nitrat. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) publizierte im Jahr 2010 eine Stellungnahme zu den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von Nitrat in Salat und Spinat bei Säuglingen und Kleinkindern. Laut Stellungnahme ist der Nitratgehalt in diesen Gemüsearten für die meisten Kinder gesundheitlich unbedenklich. Es wurde jedoch festgestellt, dass Säuglinge und Kleinkinder im Alter von 1 bis 3 Jahren, die viel Spinat mit hohem Nitratgehalt verzehren, manchmal eine Aufnahmemenge erreichen könnten, bei der ein erhöhtes Risiko für eine Methämoglobinämie nicht ausgeschlossen werden kann. Um jegliches gesundheitliche Risiko auszuschließen, sollten Säuglinge nicht mehr als eine Spinatmahlzeit pro Tag verzehren Kopfsalat stellt laut EFSA-Stellungnahme kein Problem in der Säuglings- und Kleinkindernährung dar (EFSA, 2010).

 

Literatur:

EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit). EFSA bewertet mögliches Gesundheitsrisiko für Kinder durch Nitrat in Blattgemüse. 2010

EFSA (European Food Safety Authority). Statement on possible public health risks for infants and young children from the presence of nitrates in leafy vegetables. EFSA Journal 2010b;8(12):1935

BMG, HVB & AGES: Richtig essen von Anfang an! Babys erstes Löffelchen; Jänner 2014

ÖKO-Test: Spinat & Co.; http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=12409&gartnr=90&bernr=07 19.2.2015

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